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PurNatur

Farbig und dennoch nicht gefärbt!

Ein Wunder der Natur, natürlich!

Hier finden sich Stoffe aus natürlich farbig gewachsener Bio-Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) und alten oder bewusst natürlich gezüchteten Sorten ohne Gentechnik!

Wundervolle weiche Hautschmeichler und echter Naturfaserstoff von Hand gepflückt und ohne Entlaubungsmittel.

Die Farben der farbig gewachsenen Bio-Baumwollstoffe sind jene unterschiedlichen Farbtöne, in welcher die Baumwollpflanze je nach Beschaffenheit des Bodens, wächst. Baumwolle ist nicht nur weiß, sondern es gibt auch Pflanzen die braune oder grüne Fasern bilden.

Es sind die warmen Naturtöne, wie sie schon die Völker der Inkas und Mayas kannten.

Bei der Herstellung der Stoffe wurden keinerlei Farbstoffe oder Bleichmittel verwendet. Sie sind frei von jeglichen Chemikalien.

Gerade für alle, die bewusst auf Farb- und Bleichstoffe verzichten wollen oder müssen, wie Allergiker oder Menschen mit Neurodermitis und natürlich gerade für die empfindliche Baby-Haut sind diese Stoffe ganz besonders geeignet.

Stoffe werden unter folgenden Bedingungen hergestellt:

  • Biologisch-dynamischer Anbau der Baumwolle, auf den gleichen Flächen werden auch Lebensmittel angebaut
  • Keine Zwischenhändler, keine Ausbeutung. 450 Landwirte und ihre Familien gehören zu diesem Projekt.
  • Nicht genetisch manipulierte Saatgut.
  • Zur Bewässerung wird ausschließlich Regenwasser verwendet.
  • Die Felder werden mit Tierkraft bearbeitet - frei von verschmutzenden Landwirtschaftsmaschinen.
  • Biologische Landwirtschaft: Achtung vor dem Leben und vor der Biodiversität der Tiere (keine Verwendung von Insektiziden)
  • Vollständige Kontrolle aller Abläufe: Anbau, Spinnen, Weben und Textilherstellung.
  • Baumwolle nur in den natürlichen Erdfarben
  • Keine Feuchtebehandlung, einzige Behandlung ist der Waschgang.
  • Das Ergebnis: vollkommen reine und biologisch abbaubare Erzeugnisse.

Material:

100% Bio-Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA)

Pflegehinweis:

Bis zu 60-Grad-Maschinenwäsche, teilweise bei Bedarf auch 95 Grad möglich. Bügeln bei hoher Temperatur.

Stoffe, die aus Bio-Rohstoffen frei von Schadstoffen und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden, bieten viele Vorteile:

  • Bessere Hautverträglichkeit
  • Keine Ausbeutungen in den Produktionsländern
  • Keine Kinderarbeit
  • Nachhaltiger Anbaue der Rohstoffe
  • Reduktion von Tierleid
  • Keine Gewässerverschmutzungen durch Auswaschen von Schadstoffen
  • Höhere Wertschätzung gegenüber dem Produkt und damit weniger Ressourcenverschwendung

Wenn Knöpfe verwendet werden, wird auf die Natürlichkeit geachtet und so verwende ich Holzknöpfe in verschiedenen Designs wie Schaf, Blume, Bär, Apfel, schlichte Kokosnuss Knöpfe oder auch gelasert mit Blumenmusterung.

BIO-GOTS

Hier finden sich Produkte die aus kontrolliert biologischem Anbau (kba) und
GOTS zertifizieren oder konformen Stoffen und Farben bestehen.

Der Global Organic Textile Standard (GOTS) ist als weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus zertifiziert biologisch erzeugten Naturfasern anerkannt. Er stellt strikte umwelttechnische Anforderungen an die gesamte textile Produktionskette und verlangt gleichzeitig die Einhaltung von Sozialkriterien.

Die Produkte dieser Kategorie wurden aus Stoffen von Händlern mit dieser GOTS-Zertifikation hergestellt.

Bei der Arbeit mit GOTS zertifizierten Hilfsmitteln und Verfahren sind Arbeiter vor giftigen Chemikalien geschützt. Zusätzlich basieren die GOTS Sozialkriterien auf den Kernnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die Verbote von Kinder- und Evakuierungsübungen verlangt und die Einhaltung der Sozialkriterien muss dokumentiert werden. GOTS verbietet die Verwendung von Chemikalien, die Krebs, Geburtsschäden oder andere schwere Krankheiten verursachen können oder die unsere Ökosysteme und damit die biologische Vielfalt zerstören. Alle Farbstoffe und Hilfsmittel werden vor ihrer Verwendung geprüft. Zudem gebietet der Respekt gegenüber allen Menschen, die in der Produktionskette arbeiten, die Einhaltung sozialer Mindestkriterien.

Bioanbau reicht nicht aus, obwohl ein wichtiger Schritt zum Schutz für Bauern und Umwelt getan ist. Aber auch die Menschen in Fabriken und deren Umwelt gilt es zu schützen und schließlich profitieren auch die Konsumenten unmittelbar von einem Produkt ohne schädliche Rückstände.

Mindestens 70% der verwendeten Fasern müssen aus kontrolliert biologischer Erzeugung stammen.

Materialzusammensetzung:

100% Bio-Baumwolle oder
100% Hanf

oder

55% Hanf
45% Bio-Baumwolle

Oder


50% Bio-Wolle
50% Bio-Baumwolle


Pflegehinweise:
siehe Textilkennzeichnung


BW-Jersey
30 oder 40 Grad Maschinenwäsche
empfehle ökologisches Feinwaschmittel
niedriger Temperatur bügeln

Hanf
30 Grad liegend trocknen, Maschine nur halb füllen, niedrig schleudern
vor dem Aufhängen gut ausstreifen, noch feucht mit Dampf und hoher Temperatur bügeln

Wolljersey
30 Grad kein Trockner
empfehle Wollwaschmittel und noch feucht in Form bringen

Öko-Tex Standard 100

Der Öko-Tex Standard 100 steht für Textilien, die Schadstoffgeprüft sind und durch die Öko-Tex Institute als gesundheitlich unbedenklich für den Endkonsumenten eingestuft werden.

Die verwendeten textilen Rohstoffe müssen weder Bio noch fair sein und die Umwelt- und Sozialbedingungen bei der Weiterverarbeitung der Rohstoffe werden durch den Standard nicht geregelt und kontrolliert.

Es ist ein weltweit einheitliches, unabhängiges Prüf- und Zertifizierungssystem und berücksichtigt:

Wichtige gesetzliche Reglementierungen wie verbotene Azo-Farbmittel, Formaldehyd, Pentachlorphenol, Cadmium, Nickel etc.

Zahlreiche gesundheitsbedenkliche Chemikalien, auch wenn sie noch nicht gesetzlich reglementiert sind.

Zahlreiche auch umweltrelevante Substanzklassen.

Es werden 4 Produktklassen unterschieden:

Klasse 1

Artikel für Babys und Kleinkinder bis zu 3 Jahren

Klasse 2

Hautnah verwendete Artikel

Klasse 3

Hautferne Artikel

Klasse 4

Ausstattungsmaterialen wie Vorhänge, Tischdecken, etc.

IVN Best

Das Zeichen Naturtextil setzt die derzeit strengsten ökologischen und sozialen Standards für die Kennzeichnung bei Textilien und berücksichtigt alle Produktionsprozesse von der Fasergewinnung bis zur Entsorgung.

Es bietet eine zuverlässige Orientierung für umweltfreundlich hergestellte Naturtextilien und wird vom Internationalen Verband für Naturtextil (IVN) vergeben.

Alleine in Deutsch­land gelangen bis zu 400 Tonnen Mikro­plastik nur durch Wascha­b­rieb von Kleidungs­stü­cken aus synthe­ti­schen Fasern in die Umwelt. Die Quelle der Verun­rei­ni­gungen sind haupt­säch­lich Sport-, Outdoor- oder Funkti­ons­klei­dung aus Kunst­fa­sern sowie andere synthe­ti­schen Gewebe. Kleidung aus Kunst­stoff-Fleece verliert beim Waschen beson­ders viele Fusseln.

Wasch­ma­schinen verfügen noch nicht über ausrei­chend gute Filter und auch Kläran­lagen hindern die Teilchen nicht daran, in unsere Gewässer und dann weiter in die Weltmeere zu gelangen.

Die Grund­lage für Texti­lien aller Art bilden zunächst einmal die Fasern aus denen sie herge­stellt sind. Deshalb legt das Quali­täts­zeichen BEST beson­deres Augen­merk darauf. Bei BEST muss die Fläche einer Textilie (also das eigent­liche Gewebe oder Gestrick ohne Zutaten wie Reißver­schlüsse, Bündchen, Einlagen, Futter, Knöpfe etc.) zu 100% aus Natur­fasern bestehen, die aus kontrol­liert biolo­gi­schem Anbau (kbA) oder kontrol­liert biolo­gi­scher Tierhal­tung (kbT) stammen. Synthe­tische Fasern, wie z. B. Elasthan, Polya­cryl oder Viskose dürfen nur bei bestimmten Zutaten einge­setzt werden.

Synthe­tische Fasern bieten zwar einige Vorteile, wie z. B. Elasti­zität bei Wäsche und Strumpf­waren, sie sind vom ökolo­gi­schen Stand­punkt her aber nicht akzep­tabel, da sie nur unter einem hohen Energie­aufwand und unter Verwen­dung nicht erneu­er­barer Rohstoffe herge­stellt werden können.

Auch der Anbau von Natur­fa­sern kann Umwelt­schäden verur­sa­chen. Baumwolle beispiels­weise führt durch den hohen Einsatz von Pesti­ziden und einem hohen Wasser­ver­brauch zu signi­fi­kanten Schäden der Umwelt. Dies ist aller­dings haupt­säch­lich im konven­tio­nellen Faser­anbau der Fall, da bei zerti­fi­zierten Biofa­sern keine synthe­ti­schen Dünge- oder Pflan­zen­schutz­mittel einge­setzt werden dürfen. Auch die hochgif­tigen Entlau­bungs­mittel, die bei Baumwoll­anbau einge­setzt werden, sind tabu, denn die Baumwolle wird von Hand gepflückt. Bei der Produk­tion von tieri­schen Fasern wie Wolle und Seide gelten ebenfalls hohe Ansprüche: keine synthe­ti­schen Pestizid-Bäder bei Schafen, artge­rechte Tierhal­tung und Bio-Futter.

Wenn die Faser erst gewonnen wurde, muss sie noch viele Schritte bis zum fertigen Textil durch­laufen: zum Beispiel Spinnen, Färben, Weben, Stricken, Ausrüsten, Zuschneiden oder Nähen.

In all diesen Produk­ti­ons­stufen können gefähr­liche Substanzen einge­setzt werden, die aber bei BEST zerti­fi­zierten Texti­lien verboten oder nur extrem einge­schränkt zugelassen sind. Die Richt­linie 67/548/ der EU führt eine große Zahl einzelner Gefahren­stoffe auf und gibt für jeden dort gelis­teten Stoff eine gesetz­liche Einstu­fung und Kennzeich­nung vor. Hierbei handelt es sich um die sogenannten „R-Sätze“, also Risiko-Sätze.

Bei IVN BEST dürfen grund­sätzlich keine Substanzen einge­setzt werden, die hier gelis­teten sind: krebs­er­zeugend, Erbgut schädi­gend, Fortpflan­zungs­fä­higkeit beein­träch­tigend, schädi­gend für das Kind im Mutter­leib, etc. Bestimmte, beson­ders bedenk­liche Substanzen sind dann noch einmal explizit verboten bzw. stark einge­schränkt: unter Perma­nentem AOX werden unter­schied­lichste organi­schen Verbin­dungen mit Chrom, Brom, Chlor oder Fluor zusam­men­ge­fasst, die sich sehr schwer abbauen. Sie reichern sich in Organismen an, beispiels­weise im Blut, im Fettge­webe oder in der Mutter­milch und können krebs­er­regend sein.

Sie kommen in Farbstoffen, Teflon oder Ausrüs­tungen vor, die Texti­lien wasser­ab­wei­send machen oder flamm­hem­mend wirken. Fluor­koh­len­was­ser­stoff ist eine der organi­schen Fluor-Verbin­dungen aus dieser Gruppe. Haloge­nierte und Aroma­ti­sche Lösemittel sind ebenfalls als gesund­heits­schäd­lich einge­stuft und stehen in Verdacht krebs­er­re­gend zu sein. Menschen, die damit arbeiten können sie einatmen, da sie flüchtig sind. Indus­tri­elle Fleck­ent­ferner oder Druck­pasten enthalten diese Lösungs­mittel. Chlor-Phenole wie TCP oder PCP sind Lösemittel oder Konser­vie­rungs­mittel. Sie sind ebenfalls krebs­er­re­gend und gesund­heits­schäd­lich. Zu den verbo­tenen Komplex­bild­nern und wasch­ak­tiven Substanzen gehören APEO, das hormo­nell wirksam und fisch­giftig ist, EDTA und DTPA, sind beide sehr schwer abbaubar. Formaldehyd kann Aller­gien auslösen und wird als erbgut­ver­än­dernd und frucht­schä­di­gend einge­stuft.

Es wird als Konser­vie­rungs­mittel einge­setzt, bei Ausrüs­tungen wie bügel­frei oder knitter­frei oder kommt in Druck­pasten vor. Sogenannte Quater­näre Ammoni­um­ver­bin­dungen sind fisch­giftig und sind konven­tio­nell in Weich­griff­mit­teln enthalten oder werden zur Verbes­se­rung der Farbecht­heit bei Reaktiv­farben genutzt. Schwer­me­talle sind ebenfalls unzulässig, bei Eisen gilt jedoch eine generelle Ausnahme und Kupfer darf in blauen, grünen und türkis­far­benen Farbstoffen zu bis zu 5% enthalten sein. Genetisch verän­derte Organismen (GVOs), die in indus­tri­ellen Stärke­pro­dukten und Enzymen enthalten sind, sind natür­lich absolut verboten.

Bei der Auswahl von Farbstoffen, Pigmenten und Hilfs­mit­teln – natür­liche und synthe­ti­schen Farb- und Hilfs­stoffe sind zugelassen – gilt es darauf zu achten, dass diese den Richt­li­nien entspre­chen und keine der verbo­tenen Substanzen enthalten. Hierzu gehört auch, dass keine schwer­me­tall­hal­tigen Farben (Ausnahme für Eisen) oder aminfrei­set­zende Azofarb­stoffe zugelassen sind. Es sind nur Druck­ver­fahren erlaubt, die auf Wasser oder natür­li­chen Ölen beruhen, keine Ätzdruck­ver­fahren und aroma­ti­schen Lösungs­mittel.

Die verwen­deten Nähfäden hierfür dürfen zwar synthe­ti­sche PES-Garnen sein, damit die Nähte von Kleidungs­stü­cken nicht zu schnell aufgehen, ein Aspekt der Nachhal­tig­keit. Die Fäden müssen aber mit Baumwolle umman­telt werden. Stick­garne hingegen dürfen nur aus Natur­fa­sern bestehen. Appli­ka­tionen, Futter, Taschen, Einlagen, Nahtbänder, Bänder, Kordeln, Etiketten oder Spitze müssen aus reinen Natur­fa­sern bestehen. Bei Schul­ter­pols­tern, elasti­schen Bändern oder Garnen und Abschluss­spitzen ist eine Beimi­schung von synthe­ti­schen Materia­lien erlaubt ist, damit diese weniger schell ausleiern – hier greift der Nachhal­tig­keits­ge­danke.

Knöpfe und Druck­knöpfe dürfen nur aus natür­li­chen Rohstoffen oder Metall bestehen. Reißver­schlüsse müssen stark belastbar sein, daher dürfen diese sowohl aus natür­li­chen Materia­lien wie auch aus Kunst­stoffen bestehen, solange diese kein PVC enthalten. Das Metall für Knöpfe, Reißver­schlüsse und Schnallen muss frei von Nickel und Chrom sein.

Wenn wir hier in Europa billige Kleidung kaufen, dann geht das meist zu Lasten der Menschen, die sie herge­stellt haben. Mangelnde Arbeits­si­cher­heit, Niedrig­löhne, Misshand­lungen, Kinder­ar­beit — das sind nur einige Beispiele für die Situa­tion vieler Textil­ar­beiter in den Liefer­län­dern.

Sämtliche Betriebe sind per BEST-Standard dazu verpflichtet, festge­legte Sozial­stan­dards einzu­halten, die in den Betrieben vor Ort bei der Kontrolle überprüft werden. Diese orien­tieren sich an den Kernnormen der Inter­na­tional Labour Organi­sa­tion (ILO): Es gibt keine Zwangs­ar­beit oder Sklaven­ar­beit, Verei­ni­gungs­frei­heit und Recht auf Tarif­ver­hand­lungen werden respek­tiert, die Arbeits­be­din­gungen sind sicher und hygie­nisch, es wird keine Kinder­ar­beit verrichtet, es werden existenz­si­chernde Löhne gezahlt, es gibt keine überlangen Arbeits­zeiten, es erfolgt keine Diskri­mi­nie­rung, den Arbei­tern wird eine reguläre Anstel­lung angeboten und grobe oder inhumane Behand­lung ist nicht erlaubt.

Allgemein oder ohne Angaben

Stoffe die eine gute Qualität aufweisen jedoch ohne zusätzlichem Zertifikat durch den Stoffhersteller/Lieferanten.

Meistens handelt es sich um zB 95% Baumwolle + 5% Elasthan.

Bei Softshell zB lässt sich 100% Polyester nicht vermeiden.

dazu einen Bericht von https://www.greenpeace-magazin.de/hightech-auf-unserer-haut

Greenpeace Magazin

Ausgabe 3.04

Hightech auf unserer Haut

Text: Alexandra Rigos

Schon jede zweite Textilfaser ist ein Produkt der Petrochemie. Doch die Bilanz von Kunstfasern kann sich sehen lassen.

Was fällt Ihnen beim Stichwort Öko-Mode ein? Wollsocken? Das T-Shirt aus ungebleichter Baumwolle mit „Rettet die Wale“-Aufdruck? Oder das pastellfarbene Leinenkleid, dessen Formlosigkeit selbst einen Siebenmonatsbauch kaschiert?

Vertraute Klischees, die sich hartnäckig halten. Vor allem dem Irrglauben, dass umweltverträgliche Kleidung immer aus Naturfasern bestehen muss, will kaum jemand abschwören.

Zwar ist biologisch angebaute Baumwolle im Prinzip das ökologische Nonplusultra, doch werden weltweit gerade einmal 12.000 Tonnen dieses sauberen Rohstoffs geerntet. Da aber jährlich 61 Millionen Tonnen Fasern benötigt werden, kann Öko-Baumwolle diesen Bedarf niemals decken. Andere Naturfasern wie Wolle, Flachs oder Hanf fallen mengenmäßig ebenfalls kaum ins Gewicht. 40 Prozent steuert herkömmliche Baumwolle bei – gut die Hälfte aller Fasern für Kleidung, Heimtextilien und industrielle Zwecke aber stammen heute aus der Chemiefabrik.

Im Vergleich zu konventionell angebauter Baumwolle schneiden Synthetics in der Ökobilanz gar nicht so übel ab: „Sowohl aus Chemie- als auch aus Naturfasern kann man Bekleidung herstellen, die hohen ökologischen Ansprüchen genügt“, sagt Dirk Bunke vom Freiburger Öko-Institut. Bei beiden Materialien gebe es viel Spielraum, die Herstellung umweltverträglicher zu gestalten. Ein Verzicht auf Kunstfasern sei hingegen utopisch: „Manche Bedürfnisse lassen sich mit Baumwolle nicht befriedigen.“

Vor allem die Sportbekleidungsbranche kommt kaum noch ohne Synthetics aus. Kein vernünftiger Bergsteiger geht heute mehr mit Baumwollwäsche am Leib auf Tour, die spätestens bei der ersten Brotzeit auf der Haut klebt und die Nieren kühlt. Sogar die Zeitschrift Öko-Test gibt zu: „Was den Einsatz in Funktionstextilien betrifft, sind natürliche Fasern keine Alternative zu Polyester.“ Wobei ein Plus an Funktion häufig auch mit einem Mehr an problematischen Ausrüstungschemikalien erkauft wird. Dennoch: Prinzipiell lassen sich beide Rohstoffarten sauber verarbeiten.

Der wesentliche Unterschied liegt in der Gewinnung der Fasern. Konventionell angebaute Baumwolle wird meist ausgiebig mit Kunstdünger und Pestiziden traktiert; mehr und mehr Bauern in den wichtigsten Erzeugerländern USA und China setzen zudem auf gentechnisch veränderte Pflanzen. Das größte Umweltproblem ist jedoch der enorme Wasserdurst der Baumwollstauden: Durchschnittlich 8000 Liter sind nötig, um ein Kilo der flauschigen Samenfäden zu ernten. Regen allein reicht meist nicht – 60 Prozent aller Baumwollfelder werden künstlich bewässert. Verglichen damit erscheinen Synthetics nahezu umweltfreundlich, die Herstellung von einem Kilogramm Polyacryl beispielsweise erfordert gerade einmal 210 Liter Wasser. Das ökologische Manko der Chemiefasern ist jedoch der Energieverbrauch, der je nach Typ erheblich ausfallen kann.

Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Kunstfasern unterscheiden: Zellulosefasern gewinnt man zwar aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz, da sie jedoch in einem industriellen Prozess unter ausgiebigem Einsatz von Schwefelverbindungen und Natronlauge herausgekocht werden, gelten sie dennoch als Chemiefasern. Die bekanntesten von ihnen sind Viskose, Modal und Acetat; sie ergeben meist dünne, seidige Stoffe, die sich auf der Haut angenehmer anfühlen, aber nicht so robust und pflegeleicht sind wie reine Synthetikfasern.

Letztere bestehen aus dem nicht erneuerbaren Rohstoff Erdöl. In ihre Ökobilanz fließen daher nicht nur die Umweltschäden der Rohölproduktion ein – etwa die Verseuchung von Regenwald und arktischer Tundra oder Tankerhavarien wie die der Exxon Valdez. Auch der Energiegehalt der Ausgangsstoffe muss berücksichtigt werden. So ergibt sich für Polyester ein doppelt so hoher Energieverbrauch wie bei der Baumwollerzeugung, für Polyacryl sogar ein mehr als dreimal so großer. Diese Zahlen beziehen sich ausschließlich auf die Herstellung der Fasern – ihre Weiterverarbeitung zu Stoffen, also das Spinnen, Weben, Färben und Veredeln, erfordert bei Baumwolle und Synthetikware annähernd gleich viel Ressourcen.

Die mit Abstand wirtschaftlich wichtigste Kunstfaser ist Polyester, das dem Verbraucher unter Markennamen wie Trevira, Diolen oder Polartec begegnet. Etwa zwei Drittel der weltweiten Chemiefaserproduktion entfallen auf diese Verbindung, bei der es sich chemisch gesehen um lange Ketten des Moleküls Polyethylenterephtalat handelt, das übrigens auch in PET-Colaflaschen steckt. In Fasern verwandelt sich das Plastik, indem es geschmolzen und durch haarfeine Düsen gepresst wird. Andere kommerziell bedeutende Synthetics sind Polyamid (Nylon, Perlon), Polyacrylnitril oder kurz Polyacryl (Orlon, Dralon) und Elasthan (Lycra), das größtenteils aus dem Kunststoff Polyurethan besteht.

Polyesterstoffe ökologisch zu optimieren war Ziel des „EcoMTex“-Projekts, an dem die Oldenburger Universität zusammen mit dem Öko-Institut Freiburg und der Modefirma Klaus Steilmann in den Jahren 1999 bis 2002 gearbeitet hat. Als zentrales Problem stellte sich sehr bald der Katalysator heraus, der bewirkt, dass sich die einzelnen Moleküle zu den gewünschten langen Ketten zusammenlagern. Bei herkömmlichen Verfahren enthält der Katalysator Krebs erregendes Antimon, das sich in Spuren im fertigen Stoff wiederfindet, doch es gibt unbedenkliche Alternativen. Steilmann verwendet bereits antimonfreie Futterstoffe aus Polyester; bei den aufwendiger und in kleineren Mengen hergestellten Oberstoffen hapert es mit der Umstellung hingegen noch. „Mit den neuen Fasern ist es noch nicht möglich, bestimmte Stoffqualitäten hinzubekommen“, sagt Eva Schadowski aus der Marketingabteilung von Steilmann, „aber unsere Lieferanten arbeiten daran.“

Die Herstellung von Synthetik-Textilien sauberer zu gestalten, ist auch das Schweizer Unternehmen „bluesign technologies“ angetreten. Die kleine Beratungsfirma wurde im Jahr 2000 auf Initiative des Stofffabrikanten Schoeller gegründet und operiert heute weitgehend unabhängig. Bluesign hilft Textilfirmen, ihre Produkte möglichst umweltverträglich herzustellen. „Der ganze Prozess soll nach bester verfügbarer Technik ablaufen“, erklärt Geschäftsführer Peter Waeber.

Beispielsweise stehen bei den Schweizern rund 200 Textilchemikalien auf der „schwarzen Liste“ – sie dürfen grundsätzlich nicht eingesetzt werden. „Graue“ Substanzen darf der Hersteller nur dann verwenden, wenn kein Ersatz möglich ist und er nachweislich die Probleme bewältigt hat, die solche Stoffe für Umwelt, Arbeitsschutz oder die Gesundheit des Verbrauchers mit sich bringen. „Blaue“ Chemikalien hingegen gelten als unbedenklich.

Wer die Bluesign-Kriterien erfüllt, darf seine Ware mit dem gleichnamigen Gütezeichen schmücken. Das macht im Gegensatz zu anderen Siegeln, etwa dem verbreiteten „Ökotex 100“-Zeichen, nicht bloß eine Aussage über den Schadstoffgehalt im fertigen Kleidungsstück, sondern bezieht den gesamten Produktionsprozess ein. Bislang dient das Label vor allem Einkäufern von Bekleidungsfirmen als Orientierung; so hat die britische Kaufhauskette Marks & Spencer jüngst ihre Lieferanten ersucht, nach Bluesign-Standards zu produzieren. Allerdings scheuen viele dieser Firmen bislang die Kosten einer Umstellung ihrer Anlagen, obwohl sich durch den sparsameren Umgang mit Rohstoffen, so Waeber, „richtig Geld sparen“ ließe.

Der Verbraucher hingegen bekommt das Label der Schweizer Firma kaum je zu Gesicht, denn selbst umweltbewusste Modefirmen werben nur ungern mit solchen Gütezeichen – sie fürchten das hausbackene Image von Öko-Klamotten. Einzige Ausnahme ist der deutsche Outdoor-Ausrüster Vaude, der zum Beispiel Bluesign-Sportunterwäsche anbietet.

Vaude gibt sich auch als Vorreiter beim Recycling von Synthetikkleidung. Wegen des hohen Energieeinsatzes ist deren Wiederverwertung aus ökologischer Sicht dringend geboten; möglich ist sie jedoch nur, wenn die Fasern sortenrein vorliegen. Für Outdoor-Kleidung aus reinem Polyester brachte Vaude 1994 deshalb das „Ecolog“-Recyclingsystem auf den Weg. Kunden sollen abgetragene Anoraks mit diesem Zeichen beim Händler abgeben; der Hersteller nimmt sie zurück und sorgt für die Wiederverwertung. Nach Angaben von Ecolog lassen sich alte Polyesterjacken zu neuen Kleidungsstücken verarbeiten – anders als beim Plastikmüll aus dem Haushalt handle es sich nicht um ein „Downcycling“ zu minderwertigen Produkten. „Das Konzept ist überzeugend“, urteilt Dirk Bunke vom Öko-Institut, „fraglich ist nur, wie hoch die Rücklaufquoten in der Praxis sind.“ Angaben dazu waren von Vaude nicht zu bekommen; möglicherweise ist Verbrauchern der Gedanke immer noch zu fremd, Altkleider in die Läden zurückzutragen.

Vielleicht aber trennen sich die Kunden auch einfach nicht so schnell von ihrer Outdoor-Kluft. Und damit wäre das wichtigste Kriterium für ökologische Bekleidung erfüllt: Langlebigkeit. Der Trend geht derzeit allerdings in eine andere Richtung. Fashion-Giganten wie H&M werfen in immer kürzeren Abständen neue Kollektionen auf den Markt. Die Kunden gewöhnen sich an modische „Ex und Hopp“-Klamotten, die man nach wenigen Monaten ohne Bedauern wegwirft, da sie ja ohnehin kaum etwas gekostet haben. „Wir können bei der Textilherstellung viel verbessern“, seufzt Bunke, „aber bei sechs bis sieben Modezyklen im Jahr wird es schwierig, die Umwelt zu entlasten.“

So gesehen sind wahrhaft ökologisch die zeitlosen, robusten und pflegeleichten Lieblingsteile – ganz gleich, ob es sich dabei nun um altgediente Baumwollblazer, Wollpullover oder Polyesterjacken handelt.